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Oh mann.

falkd | 30 Juni, 2009 01:03

Da ist wieder so eine gefühlte SPD-Seele, die sich einerseits von den alten Männern mit Kugelschreibern verraten fühlt und andererseits, nun froh verkünden kann, dass Piraten nun unwählbar sind, weil auch für "rechte" offen, damit ja nicht zu viele aus der SPD zu den Piraten wechseln.

Und nun? Nun kommt die bittere Wahrheit. Die Piraten wissen größtenteils noch nicht, was sie sind.

Einst hatte Joschka die Grünen übernommen und ihnen seine Richtung gegeben. Die waren einfach zu gutmenschlich um an eine feindliche Übernahme zu denken, als der Taxifahrer und seine Putzgruppe über sie kamen. Bei den Piraten ist ein Ziehsohn von Danni le rouge zum Glück nicht erkennbar und das macht sie so ungemein sexy. Links, rechts ... Das ist aus der Kaiserzeit. Die Piraten kennen nur steuer- und backbord und sind selbst "oben", wie Jack Sparrow am Anfang des ersten Films.

Macht man die Themen fest erkennt man schnell, was ich meine. Wo sollte zum Beispiel ein Freiheit und Bügerrechte liebender Wertkonservativer hin? Die FDP hat die Freiheit in NRW und Bayern verraten, wie die SPD im Bundestag. Ich habe die Suche nach der sagenumwobenen "alten FDP" aufgegeben.

Die FDP hat ihren Baum wie die Grünen ihren Ströbele. Beides sind Randfiguren, die zur Beruhigung der alten Seelen und der jeweiligen Basis hin und wieder vor eine Kamera treten dürfen.

Freiheit und Bürgerrechte, sind nirgends Thema, weder digitale noch "reale". Ich mag diese Unterscheidung nicht, weil ich das Netz als Teil meiner Realität begreife.

Jetzt sind die Piraten da und der Lobo, powered by the evil dying Medienindustrie and the also dying SPD, wird nicht müde zu bekunden dass das Programm nicht ausreicht, weil an vielen Stellen ohne Inhalt. Gut, wer zu vielem nichts sagt, muss auch nicht erklären, wenn er sich orthogonal zur Schrift verhält. Aber das ist nicht der Grund, weswegen das Programm zur Umweltpolitik fast nichts aussagt oder zur Verteidigungspolitik gar nichts zu bieten hat.

Nehmt ihr einen Abschleppwagen zur Radtour mit?

Eben. 

Die SPD gründete sich aus dem Arbeiterverein und ihr Gründer starb im Duell gegen den Vater seiner Herzensdame. Das klingt schon sehr nach Vergangenheit. Aus der speziellen Interessenvertretung der Arbeiter wurde irgendwann ein Vollsortimenter, ein Kaufhaus, wie Woolworth. Ich kaufe mein Werkzeug nicht beim Discounter und meine Fahrräder nicht im Suptermarkt. Das kann man tun, aber das macht nicht glücklich. Mit Parteien ist es wie nämlich wie mit Werkzeug. Ich kann nicht einmal meine Stimme der einen Partei geben und hoffen, dass sie sich fortwährend an ihr Programm erinnert.

Man muss die Demokratie auch leben und "seine" Abgeordnete auch an ihr Gewissen erinnern, dem sie verpflichtet sind. Oder man muss eben bei der einen Wahl diese Position stärken und bei der anderen jene.  Bei den Grünen kaufe ich mit den alternativen Energien immer ein "Windkraft, ja, aber nicht offshore." oder "Elbvertiefung nur ein bisschen und dafür auch nur ein bisschen Studiengebühren" mit. Und CDU & SPD scheren sich einfach nen Dreck um den Wähler.

Deswegen ist der Wunsch nach einer Vollsortimentspartei nur hingrissig.  

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Ich kauf mir was... Kaufen ist wunderschön.

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