Von wegen Netzteile mit Lineareglern sind was für Ersties! (Repost eines gelöschten Artikels)

Freitag, 5. März 2010

Da es furchtbar unpraktisch ist zum Gig zwei Labornetzteile oder gar das 19-Zoll-Doppelnetzteil mitzuschlüren, möchte ich ein Netzteil für das neuerdings zugelaufenene große Mischpult (Soundcraft Spirit Folio 4) bauen.

So ein Mischpult ist ein Riesenbrocken, aber vor allem sind zwölf Mikrofonvorverstärker eingebaut. So ein Mike-VV macht aus homöopathischen Pegeln Signale, die man an eine Endstufe abgeben kann. Das bedeutet aber auch, dass er den kleinsten Restbrumm in der Versorgung zum 50Hz inferno aufbläst.

Zuerst wollte ich das Ersatzteil einfach kaufen. Neben dem fehlenden Lieferantennachweis war da das Problem des AußenAnschaffungswiderstands. 110,- € kommen da zusammen für ein fertiges Netzgerät von der Insel. Alternativ berechnete ich eine Tüte Bauteile, die  selbst bei Wahl der besten Namen auf 30,- Euro kommt. 

Jetzt fing ich an, mir die Netzteil-Schaltungen genau anzusehen und meine Anforderungen genau aufzuschreiben.

Der erste Anlauf war (dual voltage power supply) in einer Suchmaschine und ich fand beliebig viele Schaltungen mit dem Doppel LM317/ LM337, darunter auch diese Schaltung aus der Elektor, bei deren Beschreibung man immerhin eine "Restwelligkeit von 80dB" angibt. Allerdings ist mir nicht ganz ersichtlich, wie man darauf kommen soll (von dem Vorzeichen mal abgesehen). Diese Schaltung hier ist übrigens nahezu baugleich, allerdings sind beide suboptimal, wenn man beim Platinenlayout nicht furchtbar aufpasst

Ein weiteres Problem ist, dass die meisten Endkundenlieferanten nicht angeben können, was für LM317 (T) sie anbieten. In Audioschaltungen sind aber nur die in Sachen HF-Ausgangsrauschen deutlich höher spezifizierten -A*, -B*G oder -HV* -Varianten sinnvoll, wenn man keine Stunts in Richtung RCR-Filter machen will.  Sinnvoll berechnen lassen sich Restwelligkeit und Regelverhalten aber nur, wenn man den Ausgangstiefpass mit ein paar µ-Ohm belegt und mit schlechten Kondensatoren wird die Schaltung zumindest in der Simulation besser.