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Aminospiking bestätigt Zweifel an Seriosität der Hersteller von Eiweißpulver

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Amino Spiking ist dafür verantwortlich, dass immer mehr Proteinpulver nicht halten, was sie versprechen. Das Whey Protein wird also gestreckt, was dazu führt, dass der Sportler weniger von den Nährstoffen erhält, die er sich eigentlich wünscht. Die günstigen Füllmittel sorgen dafür, dass sich immer mehr Athleten die Frage stellen müssen, ob das Protein in ihrem Proteinpulver wirklich Protein ist. Dabei würden einige Supplement-Hersteller, die Amino Spiking betreiben, wohl von sich sagen, dass sie sich aufgrund der wirtschaftlichen Konkurrenz zu diesem Schritt gezwungen sehen.

Denn die Rohstoffe, die Whey Proteine ausmachen, sind in den vergangenen Jahren immer teurer geworden. Obwohl die Preise für WPI oder WPC 80 stetig gestiegen sind, ist auf dem Markt für Whey Proteine eher ein Abwärtstrend bei den Preisen zu beobachten gewesen. Wie kann das also sein? Amino Spiking sorgt dafür, dass die Gewinnmarge der Unternehmen trotz der fallenden Preise anwachsen oder zumindest in einem akzeptablen Bereich bleiben. Das Problem an der Sache? Dieses Gepansche ist völlig legal, so dass einzig die Athleten und Sportler, welche die Eiweißpräparate konsumieren, die Leittragenden sind.

Billige Füllstoffe in hochwertigen Proteinpulvern

Taurin und Glycin sind einige der Zutaten, die immer häufiger als Füllstoffe verwendet werden. Wenngleich es sich bei Taurin nicht um einen schädlichen Inhaltsstoff handelt, bringt das Amino Spiking dennoch Probleme mit sich. Denn während zuvor beispielsweise rund 25 Gramm Eiweiß je Portion eines Proteinpulvers enthalten waren, sind es aufgrund des Amino Spikings nunmehr nur noch rund 20 Gramm. Nur bei 20 Gramm handelt es sich also um ein echtes Nahrungsprotein, welches der Körper als Grundbaustein für den Muskelaufbau verwenden kann. Die restlichen 5 Gramm sind hingegen Aminosäuren, die deutlich weniger Vorteile für den Körper des Sportlers mit sich bringen.

Während die Athleten auf eine ausgewogene Ernährung bedacht sind, bei der es auf jedes Gramm Protein zum Muskelaufbau ankommt, liefern gepanschte Eiweißpulver nun nur noch einen reduzierten. Nahrungsproteingehalt. Dafür sind die Stickstoffbindungen der Glycin- und Taurin-Moleküle verantwortlich. Obwohl beide Stoffe in natürlichen Proteinen vorkommen, wird ihr Anteil nun künstlich erhöht. Aufgrund der vorhandenen Stickstoffbindungen gelten sie allerdings dennoch als Proteine, auch wenn sie dies eigentlich nicht sind.

Denn die Spezifikationen der amerikanischen Lebensmittelbehörde, der FDA, sehen vor, dass Taurin und Glycin aufgrund ihrer Stickstoffbindungen zur Gruppe der Proteine zählen. Ob es sich dabei jedoch um ein Nahrungsprotein handelt, scheint nebensächlich. Diese nutzlosen „Proteine” werden den Kunden also teuer verkauft, während Whey Proteine im Vergleich zu Vorjahren immer weniger von den Nährstoffen liefern, die sich die Sportler eigentlich wünschen. Die lose Definition des Begriffs „Proteine” ist demnach daran schuld, dass dieser scheinbare Betrug am Kunden ganz legal möglich ist.

Großer Unmut bei den Kunden

Wer schon etwas länger in der Fitnessszene unterwegs ist, ist mit dem Problem des Amino Spikings sicherlich vertraut. Während es hierzulande Webseiten wie Eiweisspulver Test gibt, welche die Athleten über die Problematik aufklären, wurde in den USA bereits eine Reihe von Klagen eingereicht. Dort profitieren die Supplement-Hersteller schließlich ebenfalls von den gepanschten Proteinpulvern und dem sogenannten Amino Spiking. Doch eine Anwaltskanzlei aus Michigan will diesen scheinbaren Betrug am Verbraucher nicht auf sich sitzen lassen und ist nun vor Gericht gezogen. Zusammen mit einem unabhängigen Labor wurde eine Reihe von Proteinpulvern getestet und diese Tests zeigen eindeutig auf, dass der Proteingehalt auf den Verpackungen der Whey Proteine nicht immer dem wirklichen Nahrungsproteingehalt entspricht. Für die Kunden sei aufgrund der missverständlichen Etikettierung nicht zu erkennen, wie hoch der eigentliche Nahrungsproteingehalt der Eiweißpulver wirklich sei.

Die Supplement-Hersteller selbst sind sich natürlich keiner Schuld bewusst. Denn sie haben sich an die Vorschriften der FDA gehalten. Immerhin gab eine Pressesprecherin der FDA bekannt, dass die FDA mit dem Amino Spiking insofern nicht einverstanden sei, als dass auf den Etiketten der Produkte genau zu erkennen sein müsse, ob es sich um Nahrungsproteine oder andere Proteinquellen handele. Ist also das Amino Spiking an sich nicht das Problem, sondern die irreführende Etikettierung? Ein anderes Vorgehen bei der Etikettierung würde immerhin dazu führen, dass die Verbraucher nun schneller erkennen können, welches Whey Protein eine wirklich hochwertige Proteinquelle darstellt. Doch das Amino Spiking schadet auch der ganzen Fitnessbranche an sich. Denn wenngleich längst nicht alle Supplement-Hersteller auf diese irreführenden Tricks setzen, ist das Amino Spiking für den Ruf der Proteinpulver nicht gerade förderlich. GNC hingegen spricht sich zum Beispiel explizit gegen gepanschte Eiweißpulver aus.

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